Charakter-Casting

Leider ist als Vollzeitmutter einer sehr lebhaften Zweijährigen meine Arbeitszeit extrem begrenzt. Der Arbeit an meinem Projekt kann ich mich eigentlich nur widmen, wenn sie am Abend bereits schläft. Dennoch sammle ich natürlich auch im Laufe des Tages Ideen, die ich mir, wenn möglich, auch beispielsweise mittels entsprechender Tools auf meinem Smartphone notiere. Nun habe ich eine weitere Nebenbeschäftigung entdeckt, auf die ich im Blog des Thrillerautors Marcus Johanus aufmerksam geworden bin: das Charakter-Casting!

Im Gegensatz zu Autoren, die ihre Figuren vollständig selbst entwerfen, habe ich den Vor- und Nachteil, dass meine Figuren in unterschiedlichem Maß durch meine Vorlage vorgegeben sind. Die Genauigkeit der Beschreibungen variiert allerdings stark. Während einige Charaktere bis ins kleinste Detail beschrieben werden – von Haarfarbe und -schnitt über Augenfarbe, Gesichtszüge, und Statur bis hin zu Kleidung und Bewaffnung – sucht man bei anderen Personen vergeblich nach Hinweisen hinsichtlich ihres Äußeren. Fast alle Figuren tragen dagegen „sprechende“ Beinamen, die zumeist auf besondere Eigenschaften, in einigen Fällen aber auch auf herausragende körperliche Merkmale verweisen.
Da ich – sofern es sie gibt – von den Vorgaben der Originaltexte nicht abweichen möchte, liegt es nun also an mir, aus den mehr oder weniger bruchstückhaften Beschreibungen ein stimmiges Ganzes zu machen. Ganz konfliktfrei verläuft dieser Prozess bisher allerdings nicht. Schon mehrfach hatte ich bereits ein recht detailliertes Bild einer Figur im Kopf, als ich schließlich doch noch in einer nicht unmittelbar mit der Táin zusammenhängenden Erzählung auf ein Beschreibungsfragment stieß, das meiner Vorstellung grundsätzlich widersprach.

Nun sammle ich also gezielt deskriptive Textpassagen zu einzelnen Charakteren und versuche diesem „Skelett“ mittels des Charakter-Castings etwas mehr „Fleisch“ zu verleihen. Die Figuren gewinnen – zunächst rein äußerlich – erheblich an Individualität und ich hoffe durch diese visuelle Stütze und die damit verbundenen Assoziationen (Stimme, Mimik, Körpersprache, aber auch bestimmte Rollen oder Szenen, die die betreffenden Schauspieler gespielt haben) selbst lebendigere und facettenreichere Beschreibungen formulieren zu können.

Doch das Charakter-Casting wirft auch weitere Fragen auf: Schon lange spiele ich mit dem Gedanken, ausgewählte Szenen der Erzählung auch professionell illustrieren zu lassen. Bisher habe ich mich bei meinen Überlegungen dazu hauptsächlich – ganz Archäologin – auf eine stimmige Kleidung und Ausrüstung konzentriert, habe schon Funde und Rekonstruktionen im Kopf, die als Vorlagen dienen könnten. Jetzt aber sehe ich das reinste „Stille Post“-Spiel auf mich zukommen: von der Beschreibung in den überlieferten Erzählungen über das Bild der Figur in meinem Kopf über das Bild eines Schauspielers oder einer Schauspielerin über meine Beschreibung der Figur bis hin zur Umsetzung dieser Beschreibung durch den oder die IllustratorIn. Und ich muss sagen, dass ich auf das Ergebnis mehr als gespannt bin! (Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich meine „Besetzungsliste“ definitiv nicht veröffentlichen werde…)

Sollten sich übrigens professionelle oder semi-professionelle Illustratoren unter meinen Lesern befinden, die vielleicht sogar Erfahrungen im historischen und/oder phantastischen Genre und Interesse an meinem Projekt haben, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen!

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